Forum Papier­theater e.V.

Berichte

9. Februar 2019

Aus der Reihe „Wie alles begann“

 
 
 

 

Sieglinde Haase erzählt
die Geschichte
von „Haases Papiertheater“

„Unsere erste Begegnung mit dem Papiertheater fand in einem privaten Spielzeugmuseum in Hagnau am Bodensee statt, wo wir 1997 unseren Urlaub verbrachten. Als Martin in einer Vitrine ein Theater betrachtete, ging er davon aus, es sei das Modell eines großen Theaters – bis er das Objektschild las. Dadurch erfuhr er, dass dies ein Papiertheater sei, auf dem man richtig Theater en miniature spielen könne. So etwas hatte er noch nicht gesehen; sein Interesse als Laiendarsteller war sofort geweckt …“

 

Zum Weiterlesen auf das Bild klicken

22. Januar 2019

Heike Ellermann und ihr Leben mit dem Papiertheater

Wie das Papiertheater eine Karriere beeinflusste …

Unter dem Titel „Es ist nichts, nur Papier …“ berichtet die Buchkünstlerin und Illustratorin, was die erste Begegnung mit dem Papiertheater für ihr Leben als Künstlerin bedeutete. Eine spannende Geschichte zwischen Büchern, Bühnen, Workshops und Festivals, die gekürzt in PapierTheater Heft 2/2018 veröffentlicht wurde.

 

 

Bild anklicken, um das PDF zu öffnen.

30. Dezember 2018

Haases Papiertheater und der Versuch, auf einem alten Theater historisch zu spielen

„Es war einmal …“

von Sieglinde Haase

Wir stiegen mit der Premiere von „Dornröschen“ im Dezember 2018 nicht nur durch die Dornenhecke, sondern betraten auch Neuland. Es reizte uns, eine Aufführung wie in alten Zeiten zu spielen, ohne special effects, wie man es sonst von uns kennt. Wir tauschten unsere Bühne gegen ein altes Schreiber-Theater von ca. 1900 und lasen aus dem originalen Textheft vor. Die Musik dazu lieferte ein altes Polyphon mit Blechplatten.

Doch während der ersten Probe erwachten wir aus dem Dornröschenschlaf und merkten, dass unser Vorhaben gar nicht so einfach war. Das alte Theater war – so vermuten wir – nicht zum Spielen gedacht, sondern wohl eher zur Präsentation der schönen Bühnenbilder. Viele Holzleisten im Bühnenaufbau waren beim Spielen ein Hindernis.

Eigentlich wollten wir bei Kerzenlicht spielen, doch auf der Bühne war es zu eng für Figuren und Flammen.

So hieß es erst einmal improvisieren statt inszenieren.

Für mich war es eine ungewohnte Aufgabe, sechs verschiedene Figuren zu spielen und allen meine Stimme zu verleihen. Obwohl die Zuschauer von der alten Spielweise fasziniert waren, konnte ich mich mit dem Sprechen nicht so recht anfreunden. Am Ende leuchtete die Bühne doch nochstimmungsvoll im Kerzenschein. Kinder und Erwachsene schauten gebannt zu.   

Der Versuch ist geglückt, auch wenn nicht alles perfekt war.

Die nächste Premiere wird wieder ein typisches Stück aus dem Hause Haase sein, mit Tricks und Effekten … lassen Sie sich überraschen!

Das Theater

Die Eigentümerinnen des Theaters waren die Mathematikerin Dr. Amelie W. und ihre Schwester Hilde W., eine talentierte Violinistin, wohnhaft in Prag. Möglicherweise hat der Vater der beiden Frauen das Theater gebaut. Eine Anleitung zum Einräumen in den Bühnenkasten trägt die Initialen E.W. Sie ist von 1924 und in Sütterlin-Schrift verfasst. 1939, nach der Besetzung Prags durch die Wehrmacht,  kamen beide Lehrerinnen mit ihrem Vater, einem Bankier, nach Stuttgart.

2017 bot uns eine Nichte das gut erhaltene und sorgfältig gearbeitete Schreiber-Theater zum Kauf an. Dazu gehören 14 Szenenbilder, über 100 Figuren, Farbfolien, Transparente, Soffitten und Texthefte. Mit den vorhandenen Kulissen konnte man jedoch kein komplettes Stück spielen, was unsere Vermutung bestätigt, dass das Theater nicht zum Spielen gebaut wurde. Durch den Erwerb von alten Lithografien konnten wir fehlende Szenenbilder originalgetreu ergänzen und u.a. Dornröschen aufführen.

29. Dezember 2018

Bilder zum Beitrag von Mauricio Martínez in PapierTheater Heft 2/2018, Seite 14

Papiertheater mit Migranten in Mexico

Ablauf automatisch (8 Sekunden pro Bild) oder Bedienung mit Klick auf Rechts- oder Linkspfeil

5. Juni 2018

Haases Papiertheater trifft auf neue 3D Erfindung

Gemischte Realitäten

Sehr altertümlich wirkte unsere Bühne zwischen riesigen Monitoren und weißen zeitgemäßen Konferenzmöbeln in einem bekannten Software-Unternehmen in Köln.

Die „Innovationstage für Mitarbeiter“ zum Thema 3D ermöglichten uns eine Aufführung mit dem Papiertheater; ein Zuschauer unseres Theaters stellte den Kontakt her. Die jungen Leute waren  begeistert von unseren räumlichen Effekten, die ohne jegliche Zusatzgeräte zu sehen sind. Sie stellten fest, dass das Papiertheater neben der Hektik in der Elektronikwelt entschleunigend wirken kann. So passte unser „Eine Stunde mehr“ auch inhaltlich sehr gut an diesen schnelllebigen Arbeitsplatz.

Zuvor lernten die Teilnehmer die neue Mixed-Reality-Brille kennen, die „HoloLens“ mit eingebautem Computer, der mit Bewegungen von Daumen und Zeigefinger sowie Sprache gesteuert wird. Beim Blick durch die Brille wurde u.a. ein menschliches Skelett sichtbar. Knochen, Blutgefäße und Muskeln  waren zum Greifen nahe, so dass es denkbar ist, dass „HoloLens“ auch in der medizinischen Ausbildung zum Einsatz kommt.

Noch ist der 3D „Kopfcomputer“ mit integrierten Sensoren, Lautsprechern und eigener Rechnereinheit in der Testphase, und es gibt weltweit gerade einmal 50 000 Stück. Für Privatkunden ist er noch Zukunftsmusik und nicht erhältlich, man setzt auf innovative Nutzung in der Industrie und im Geschäftsbereich.

Die räumlichen Darbietungen mit dem Papiertheater haben die Testphase seit Jahrhunderten sehr gut be- und überstanden. Und so kann sich unser Medium heute mit modernsten 3D Erfindungen messen und ist nach 200 Jahren immer noch brandaktuell.

Sieglinde Haase

14. März 2018

Nachfahren erblicken zum ersten Mal die Sammlung Walter Röhler in Darmstadt

Schulfoto mit Dorflehrer Walter Röhler
mit Anneliese Peth, vh. Fitting (Großmutter),
3. Reihe, 5. v.r.
Aufgenommen vor dem Mörstadter Rathaus, ca. 1938/39

 

Überraschungsbesuch

Vor Weihnachten (2017, Anm. d. Red.) sagte sich Überraschungsbesuch in der Darmstädter Papiertheatersammlung an: Irene Konrad, Nichte von Walter Röhlers Ehefrau Wilhelmine, mit Sohn Dominic. Sie wollten – endlich – mit eigenen Augen sehen, wo und wie Onkel Walters Nachlass in dessen Heimatstadt Darmstadt seine „letzte Ruhe“ gefunden hat.

Eng geschichtet tut sich die Sammlung auf – aber hoch zufrieden waren die beiden ob der Unterbringung, der Überschaubarkeit, vor allem der Geborgenheit in den 115 schützenden Vitrinen. Irene erinnerte sich, wie die Bühnen im Hause Röhler gestapelt waren, in offenen Regalen, jede einzeln, aber für sie als Kind und Jugendliche ein Juwel.

Wie nahezu sämtliche Mörstädter (dort wohnt sie noch heute) war sie Schülerin Walter Röhlers und genoss die besondere Zuwendung des Onkels. Irene war Leseratte und besorgte sich ständig Futter beim Lehrer-Onkel. Der Gang ins Haus von Tante Wilhelmine und Onkel Walter erlaubte dann auch immer einen Blick auf die Papiertheater-Schätze, mit Erläuterungen, Erzählungen, Anekdoten zu den Kostbarkeiten. Witz hatte der Onkel, den Lehrer mochten alle, er steckte voller Ideen.

Es war ein Erlebnis, Walter Röhler auch aus dieser persönlichen Perspektive kennen zu lernen. Inzwischen kam viel Post in Darmstadt an, die Konrads hat der Forscherdrang gepackt, es gab schöne Funde aus Familienschatullen, u.a. den Blick in Irenes Poesiealbum mit Eintragung und Zeichnungen Walter Röhlers.

Es wird weiter gesucht, versprechen die Konrads. Freude weckt familiäres Bildmaterial, davon gibt es wenig in Darmstadt. Aufgetaucht ist inzwischen auch die legendäre – mittlerweile in Teile zerlegte – Eisenbahn Walter Röhlers, die mit nicht weniger Finesse gesteuert wurde als sein Bühnenwunderwerk. Wir sind gespannt in Darmstadt, was da noch zu Tage tritt.

Marianne Wahnrau

 

das Foto-Album zum Ausdrucken

Schulentlassung am 26. März 1965
Dorflehrer Walter Röhler (vorne rechts); Irene Fitting, vh. Konrad (1. Reihe, 2 v. l.)
Aufgenommen am Eingang zur neuen Mörstadter Dorfschule (heute Kindergarten)

Wilhelmine Röhler
Aufnahmen aus dem Frühjahr 1952

Eintrag von Walter Röhler im Poesiealbum von Irene Fitting (vh. Konrad), 1959

Eintrag von Walter Röhler im Poesiealbum von Irene Fitting (vh. Konrad), 1964

Bilder zum Vergrößern und Lesen anklicken

 


Papiertheatermuseum Darmstadt – Sammlung Walter Röhler

Darmstraße 2• 64287 Darmstadt • Tel: 06151-13631-12 • Mobil: 0176-3821 6769

geöffnet Montag 15:00 – 17:00 Uhr
in den Schulferien geschlossen

Führungen nach Vereinbarung

Ansprechpartner: Markus Allmann, Stephanie Hauschild, Marianne Wahnrau

 


7. Januar 2018

Heimattheater-Premiere in Haases Papiertheater im November 2017

„Bitte umsteigen!“ –
Geschichten und Geschichte aus dem Bergischen Land

von Sieglinde Haase

Unser viertes lokales Papiertheaterstück nimmt den Zuschauer mit auf eine Rundreise durch die drei bergischen Großstädte Remscheid, Solingen und Wuppertal. Immer wieder heißt es dabei „Bitte umsteigen!“, denn wir fahren mit ganz verschiedenen und einzigartigen Verkehrsmitteln.

weiterlesen

25. November 2017

Haases Papiertheater in London vom 17.11.2017 – 19.11.2017

„The Hovering Horse“

Haases Papiertheater gastierte mit seinem neuen Stück über Eadweard Muybridge im Muybridge Museum im Londoner Stadtteil Kingston. Sieglinde Haase berichtet von dieser Reise.

Bild anklicken, um das PDF zu öffnen.

1. September 2016

„Die heimlich-unheimliche Geschichte von Jorinde und Joringel“
Premiere 6. August 2016

 

Das Papiertheater Kitzingen –
ein Ort der Magie

von Gabriele Brunsch

Bild anklicken, um das PDF zu öffnen.