Forum Papier­theater e.V.

Berichte

5. Juni 2018

Haases Papiertheater trifft auf neue 3D Erfindung

Gemischte Realitäten

Sehr altertümlich wirkte unsere Bühne zwischen riesigen Monitoren und weißen zeitgemäßen Konferenzmöbeln in einem bekannten Software-Unternehmen in Köln.

Die „Innovationstage für Mitarbeiter“ zum Thema 3D ermöglichten uns eine Aufführung mit dem Papiertheater; ein Zuschauer unseres Theaters stellte den Kontakt her. Die jungen Leute waren  begeistert von unseren räumlichen Effekten, die ohne jegliche Zusatzgeräte zu sehen sind. Sie stellten fest, dass das Papiertheater neben der Hektik in der Elektronikwelt entschleunigend wirken kann. So passte unser „Eine Stunde mehr“ auch inhaltlich sehr gut an diesen schnelllebigen Arbeitsplatz.

Zuvor lernten die Teilnehmer die neue Mixed-Reality-Brille kennen, die „HoloLens“ mit eingebautem Computer, der mit Bewegungen von Daumen und Zeigefinger sowie Sprache gesteuert wird. Beim Blick durch die Brille wurde u.a. ein menschliches Skelett sichtbar. Knochen, Blutgefäße und Muskeln  waren zum Greifen nahe, so dass es denkbar ist, dass „HoloLens“ auch in der medizinischen Ausbildung zum Einsatz kommt.

Noch ist der 3D „Kopfcomputer“ mit integrierten Sensoren, Lautsprechern und eigener Rechnereinheit in der Testphase, und es gibt weltweit gerade einmal 50 000 Stück. Für Privatkunden ist er noch Zukunftsmusik und nicht erhältlich, man setzt auf innovative Nutzung in der Industrie und im Geschäftsbereich.

Die räumlichen Darbietungen mit dem Papiertheater haben die Testphase seit Jahrhunderten sehr gut be- und überstanden. Und so kann sich unser Medium heute mit modernsten 3D Erfindungen messen und ist nach 200 Jahren immer noch brandaktuell.

Sieglinde Haase

14. März 2018

Nachfahren erblicken zum ersten Mal die Sammlung Walter Röhler in Darmstadt

Schulfoto mit Dorflehrer Walter Röhler
mit Anneliese Peth, vh. Fitting (Großmutter),
3. Reihe, 5. v.r.
Aufgenommen vor dem Mörstadter Rathaus, ca. 1938/39

 

Überraschungsbesuch

Vor Weihnachten (2017, Anm. d. Red.) sagte sich Überraschungsbesuch in der Darmstädter Papiertheatersammlung an: Irene Konrad, Nichte von Walter Röhlers Ehefrau Wilhelmine, mit Sohn Dominic. Sie wollten – endlich – mit eigenen Augen sehen, wo und wie Onkel Walters Nachlass in dessen Heimatstadt Darmstadt seine „letzte Ruhe“ gefunden hat.

Eng geschichtet tut sich die Sammlung auf – aber hoch zufrieden waren die beiden ob der Unterbringung, der Überschaubarkeit, vor allem der Geborgenheit in den 115 schützenden Vitrinen. Irene erinnerte sich, wie die Bühnen im Hause Röhler gestapelt waren, in offenen Regalen, jede einzeln, aber für sie als Kind und Jugendliche ein Juwel.

Wie nahezu sämtliche Mörstädter (dort wohnt sie noch heute) war sie Schülerin Walter Röhlers und genoss die besondere Zuwendung des Onkels. Irene war Leseratte und besorgte sich ständig Futter beim Lehrer-Onkel. Der Gang ins Haus von Tante Wilhelmine und Onkel Walter erlaubte dann auch immer einen Blick auf die Papiertheater-Schätze, mit Erläuterungen, Erzählungen, Anekdoten zu den Kostbarkeiten. Witz hatte der Onkel, den Lehrer mochten alle, er steckte voller Ideen.

Es war ein Erlebnis, Walter Röhler auch aus dieser persönlichen Perspektive kennen zu lernen. Inzwischen kam viel Post in Darmstadt an, die Konrads hat der Forscherdrang gepackt, es gab schöne Funde aus Familienschatullen, u.a. den Blick in Irenes Poesiealbum mit Eintragung und Zeichnungen Walter Röhlers.

Es wird weiter gesucht, versprechen die Konrads. Freude weckt familiäres Bildmaterial, davon gibt es wenig in Darmstadt. Aufgetaucht ist inzwischen auch die legendäre – mittlerweile in Teile zerlegte – Eisenbahn Walter Röhlers, die mit nicht weniger Finesse gesteuert wurde als sein Bühnenwunderwerk. Wir sind gespannt in Darmstadt, was da noch zu Tage tritt.

Marianne Wahnrau

 

das Foto-Album zum Ausdrucken

Schulentlassung am 26. März 1965
Dorflehrer Walter Röhler (vorne rechts); Irene Fitting, vh. Konrad (1. Reihe, 2 v. l.)
Aufgenommen am Eingang zur neuen Mörstadter Dorfschule (heute Kindergarten)

Wilhelmine Röhler
Aufnahmen aus dem Frühjahr 1952

Eintrag von Walter Röhler im Poesiealbum von Irene Fitting (vh. Konrad), 1959

Eintrag von Walter Röhler im Poesiealbum von Irene Fitting (vh. Konrad), 1964

Bilder zum Vergrößern und Lesen anklicken

 


Papiertheatermuseum Darmstadt – Sammlung Walter Röhler

Darmstraße 2• 64287 Darmstadt • Tel: 06151-13631-12 • Mobil: 0176-3821 6769

geöffnet Montag 15:00 – 17:00 Uhr
in den Schulferien geschlossen

Führungen nach Vereinbarung

Ansprechpartner: Markus Allmann, Stephanie Hauschild, Marianne Wahnrau

 


7. Januar 2018

Heimattheater-Premiere in Haases Papiertheater im November 2017

„Bitte umsteigen!“ –
Geschichten und Geschichte aus dem Bergischen Land

von Sieglinde Haase

Unser viertes lokales Papiertheaterstück nimmt den Zuschauer mit auf eine Rundreise durch die drei bergischen Großstädte Remscheid, Solingen und Wuppertal. Immer wieder heißt es dabei „Bitte umsteigen!“, denn wir fahren mit ganz verschiedenen und einzigartigen Verkehrsmitteln.

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25. November 2017

Haases Papiertheater in London vom 17.11.2017 – 19.11.2017

„The Hovering Horse“

Haases Papiertheater gastierte mit seinem neuen Stück über Eadweard Muybridge im Muybridge Museum im Londoner Stadtteil Kingston. Sieglinde Haase berichtet von dieser Reise.

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1. September 2016

„Die heimlich-unheimliche Geschichte von Jorinde und Joringel“
Premiere 6. August 2016

 

Das Papiertheater Kitzingen –
ein Ort der Magie

von Gabriele Brunsch

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